Texte mit Emotion: So gehts

Texte mit Emotion: So gehts

Am 6. September 1997 (vor genau 26 Jahren) stand ich im Londoner Hydepark. Um mich herum tausende Menschen mit hängenden Schultern und verweinten Augen.

Am 6. September 1997 wurde Lady Di beerdigt.

Die Trauerfeier wurde auf eine Grossleinwand im Hydepark übertragen. Es war ein sonniger Nachmittag, doch keiner sah den blauen Himmel. Wer mit Freunden oder Familie da war, hielt sich an den Händen. Noch rissen die meisten sich zusammen, aber als Elton John sein «Goodbye England’s Rose» spielte, brachen alle Dämme. Auch mir liefen Tränen übers Gesicht.

Warum ich Ihnen das erzähle? Weil es die Macht der Gefühle zeigt und Sie daraus etwas für Ihre Texte lernen können.

An jenem denkwürdigen Tag im Hydepark war ich noch Banker und geschäftlich in London. Ich neigte nicht zu Gefühlsduselei. In meinem Leben war die Vernunft die führende Kraft.

Glaubte ich.

Die Vernunft, das weiss ich heute, ist immer der Juniorpartner. Der Chef im Ring ist die Emotion. Deshalb müssen gute Texte nicht nur die richtigen Argumente enthalten, sondern auch die Gefühle der Leser ansprechen.

Das wars für heute.

Herzliche Grüsse

Petra Huber und Matthias Wiemeyer

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