Textscharniere: Leitplanken für die Kommunikation

Textscharniere:
Leitplanken für die Kommunikation

Heute sprechen wir über Textscharniere. Beginnen wir mit einer Geschichte.

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen beim Hautarzt im Sprechzimmer. Er mustert Sie und fragt plötzlich:

«Was haben Sie denn da für einen Pullover an?»

In Ihrem Kopf rattert es los: Hautreaktion auf Wolle? Zusatzstoffe im Waschmittel? Was hat er gegen meinen Pullover?

«Der gefällt mir so gut», sagt der Arzt dann. «Ich suche noch ein Geburtstagsgeschenk für meine Frau. Wo haben Sie den gekauft?»

Sie atmen auf. Ein Missverständnis. Sie waren einer falschen Fährte gefolgt, weil Sie annahmen, es ginge bei der Pullover-Bemerkung um Ihre Haut. Das haben Sie bestimmt auch schon erlebt – diese Sekunde der Verwirrung, in der Ihr Gehirn nach Orientierung sucht.

Unser Gehirn sortiert – meistens richtig

Sobald wir einen Satz lesen oder hören, sortieren wir ihn blitzschnell ein. Unser Gehirn versucht zu erraten, worauf es hinausläuft, und stellt uns mental schon darauf ein. Bei vertrauten Themen verstehen wir schneller und fühlen uns im Inhalt gleich zu Hause. Auch komplizierte Gedankengänge erschliessen sich leichter, wenn wir Neues in Beziehung zu Bekanntem setzen.

Aber in der Beispielgeschichte mit dem Hautarzt versagt diese Vorsortierung. Der Kontext führt uns in die Irre. Wir meinen, die Pulloverbemerkung habe etwas mit unserer Gesundheit zu tun. So prescht unser Gehirn in die falsche Richtung davon.

Gerade bei komplizierten Inhalten ist es wichtig, die Leser:innen zu führen. Ein elegantes Mittel sind die Textscharniere.

Alle Details dazu lesen Sie in unserem neuen Blogartikel.

Herzliche Grüsse